Quelle: (Görner, Ilg 93)

Evaluationsmotive

Eine Evaluation soll durch systematisches Sammeln, Auswerten und Interpretieren von Daten eine reliable und valide Bewertung der Benutzerschnittstelle ermöglichen. Aus den Ergebnissen der Evaluation wird abgeleitet, ob ein gestecktes Designziel erreicht ist bzw. ob und wo weitere Verbesserungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden müssen.

Je nach Zielsetzung, Entwicklungsstadium eines Software-Produkts und verfügbaren Ressourcen werden unterschiedliche Evaluationskonzepte benötigt. Die Produktqualität ist letztlich umso höher, je eher Evaluationsschritte in den Entwicklungsprozeß integriert werden. Zudem ist der anfallende Änderungsaufwand in frühen Entwicklungsphasen wesentlich niedriger und die Änderungsbereitschaft der Entwickler entsprechend größer. Software-ergonomische Bewertungen der Mensch-Rechner-Schnittstelle können bis auf wenige Aspekte bereits durchgeführt werden, wenn ein Prototyp der Benutzungsoberfläche des geplanten Systems zur Verfügung steht.

Bei der Evaluation lassen sich drei wesentliche Zielsetzungen unterscheiden (Abb.1):

Abb. 1: Zielsetzungen für eine software-ergonomische Produktevaluation.

Je nach Entwicklungsstadium des Prototyps können nach und nach hinzukommende Features evaluiert und die Ergebnisse schrittweise in das weitere Design eingebunden werden.

Mit zunehmender Etablierung firmeninterner, nationaler und internationaler Standards dient die Evaluation auch der Prüfung auf Konformität der entwickelten Software zu bestehenden Regelwerken.

Bei bereits fertiggestellten Produkten zielt die Evaluation nicht auf eine weitere Verbesserung des Designs, sondern dient
  1. der Produktauswahl und
  2. als Qualitätsnachweis.