Befragungsmethoden

Befragungsmethoden sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Auskunft über die subjektive Zufriedenheit der Benutzer zu erhalten und die zu erwartende Akzeptanz gegenüber einem Software-Produkt abzuschätzen. Mit diesen Verfahren lassen sich auch generelle Schwachstellen und Defizite eines Produkts identifizieren, sie geben aber wenig Hinweise auf detaillierte Designfragestellungen, wie zum Beispiel, ob eher eine breite oder eine flache Menüstruktur angemessener ist. Zu den Befragungsmethoden zählen die schriftliche (Fragebogen) und die mündliche Befragung (Interviews), die sich jeweils strukturiert, halb strukturiert oder frei gestalten lassen. Strukturiert bedeutet, daß jede Frage genau festgelegt ist und der Befragte nur die Auswahl zwischen vorgegebenen Antwortkategorien treffen kann. Halb strukturiert bedeutet, daß die Art und die Reihenfolge der Fragen festgelegt sind. Die Fragen sind so formuliert, daß der Befragte entweder nach Kategorien oder auch ohne vorgegebenes Schema antworten kann. Bei einem halb strukturierten Interview können darüberhinaus auch weitere klärende Fragen eingeschoben werden.

Die Wahl zwischen Fragebogen oder Interviews hängt vor allem von der Zielsetzung der Evaluation ab. Sollen beispielsweise sehr viele Benutzer angesprochen werden, dürfte ein Fragebogen das ökonomischere Instrument sein. Der Abdeckungsbereich der Fragen ist jedoch von vornherein festgelegt und kann nicht nachträglich geändert werden. Notwendige Zusatz und Hintergrundinformationen, durch die bestimmte Antworten erklärt werden können, werden vom Befragten meist nicht notiert und gehen verloren. Durch Fragebogen lassen sich leicht quantifizierbare Aussagen über Häufigkeiten, Bewertungen und Vorlieben gewinnen. Es ist aber meist sehr schwer, die gewonnenen Resultate zuverlässig zu interpretieren. Mehr Interpretationsspielraum erhält man durch offene Fragen. Erfahrungsgemäß werden aber selten ausführlichere Kommentare aufgeschrieben.

Mit Interviews lassen sich die Nachteile von Fragebögen weitgehend ausgleichen, allerdings sind diese meist zu zeitaufwendig und können daher nur auf kleine Untersuchungspopulationen angewendet werden. Die gewonnenen Resultate sind oft ausführlicher, müssen aber aufgrund einer geringeren Repräsentativität vorsichtiger gehandhabt werden.

Es gibt verschiedene Techniken, Fragen gut zu strukturieren. Die einfachste Art sind Fragen, auf die nur Antworten mit "Ja" oder "Nein" erwartet werden. Hier sollte aber immer auch eine neutrale Antwortkategorie definiert werden, wie "weiß ich nicht", "unentschieden", o.ä.:

Bei einer weiteren Form der geschlossenen Fragen wird vom Befragten eine Bewertung auf einer mehrstufigen Skala erwartet. Hier sollten nur Skalen mit drei, fünf oder sieben Stufen verwendet werden. Skalen mit zehn oder auch hundert Einheiten sind fragwürdig, weil sie vom Befragten kognitiv nicht richtig differenziert werden können. Es ist ferner darauf zu achten, daß verbale Beschreibungen der Kategorien annähernd äquidistant sind. Es gibt eine Reihe von standardisierten Antwortkategorien, für die bereits empirisch nachgewiesen wurde, daß sie von Befragten als äquidistant aufgefaßt und reliabel beantwortet werden können (Rohrmann 1978, zit. nach Bortz 1984).

Es eignen sich für





oder

Die Qualität der Antworten hängt stark vom Aufbau eines Fragebogens oder eines Interviews ab. Für weitere Anregungen wird daher auf Bortz (1984) verwiesen, der die grundlegenden Verfahren der empirischen Sozialwissenschaft ausführlich darlegt.